© Sammlung Friedrichshof   Foto: Lukas Roth
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© Sammlung Friedrichshof   Foto: Sofia Goscinski
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Der Wiener Aktionismus der Maler Günter Brus, Hermann Nitsch, Otto Muehl und Rudolf Schwarzkogler war Österreichs bedeutendster Beitrag zu den internationalen Postavantgarden der 1960-er Jahre. Als Reaktion auf die Herausforderung des Abstrakten Expressionismus wurde von den Aktionisten die Malerei zum ereignishaften Kunstwerk erweitert und die gesellschaftliche Rolle und Funktion von Kunst und Künstler einer radikalen Analyse unterzogen.

In der stark sinnlich wirkenden Ästhetik des Wiener Aktionismus wird reales Material und vor allem der Körper als direktes, tabubrechendes und auch politisches Medium eingesetzt. Mit diesem Angebot einer intensiven Erfahrungsdimension ist der idealistische Wunsch nach subjektiven aber auch kollektiven psychohygienischen Ergebnissen verbunden. In den 1960-er Jahren steht demzufolge nicht mehr die Malerei im Zentrum, sondern das ereignishafte und dramatische Kunstwerk.

Die Aktion in der jeweiligen individuellen Ausformung, sei es die schamanistische Körperanalyse bei Brus, die gruppenanalytische Selbstbefreiung Muehls, das umfassende Gesamtkunstwerk des Orgien-Mysterien-Theaters bei Nitsch oder das strenge synästhetische Erfahrungslabor Schwarzkoglers wird jedoch von einem umfangreichen bildnerischen, vor allem auch photographischen Werk gespiegelt. Diese Bildwelt des Wiener Aktionismus ist Entwurf, Ikone, Dokument, Annäherung, Indiz, Lesezeichen und setzt sich sowohl als Brennpunkt in den 1960-er Jahren aber auch als repräsentativer Schatten der Aktion bis heute fort.

Die Sammlung Friedrichshof präsentiert mit zentralen Werken und Dokumenten die grundlegende Phase des Wiener Aktionismus zwischen 1960 und 1973.